Usability-Tests für die Website: So gelingen sie ohne großes Budget

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Usability-Tests für die Website: So gelingen sie ohne großes Budget

Usability-Tests für deine Website kannst du selbst durchführen. Ohne Labor, ohne teure Technik. Du brauchst zwei, drei Aufgaben, ein paar Personen aus deiner Zielgruppe und saubere Notizen zu deinen Beobachtungen. Wann? Vor einem Redesign oder dann, wenn die Zahl der Anfragen plötzlich sinkt. So ein Test zeigt, wo sich Kunden wirklich verirren, und zwar bevor du jemanden für ein neues Design bezahlst. Unten findest du die einzelnen Schritte: Ziel, Aufgaben, Teilnehmer, Testform, Notizen und die Reihenfolge der Verbesserungen.

Was sind Usability-Tests für Websites und was zeigen sie vor einem Redesign?

Du beobachtest echte Menschen, die auf der Website konkrete Dinge erledigen. Du fragst sie nicht nach ihrer Meinung, sondern schaust zu, was sie tun. Die Webanalyse zeigt dir, an welcher Stelle Besucher abspringen (ein typisches Signal ist eine hohe Absprungrate). Aber sie sagt dir nicht, warum. Genau dafür ist der Test da. Bei Unternehmenswebsites zeigt sich in der Praxis meist dasselbe Bild: eine unklare Navigation, ein versteckter Kontakt, ein Formular, das abschreckt, und ein Angebot in einer Sprache, die der Kunde einfach nicht versteht. Und genau hier sieht man, welche große Rolle UX und UI spielen, wenn es darum geht, ob überhaupt jemand eine Anfrage schickt.

So erstellst du ein Szenario für den Usability-Test Schritt für Schritt

Das Szenario ist eine kurze Liste realistischer Aufgaben, die mit dem Geschäftsziel der Website zusammenhängen. Am Anfang ein paar Sätze Einführung für den Teilnehmer, mehr nicht. Du baust es in fünf Schritten auf:

  1. Lege ein Ziel für den Test fest, z. B. den Weg zur Angebotsanfrage prüfen.
  2. Wähle die wichtigsten Wege aus: Angebot finden, Kontakt, Anfrage absenden.
  3. Beschreibe die Aufgaben als Alltagssituationen und nicht als Befehle wie „klicken“.
  4. Halte fest, was bei jeder Aufgabe als Erfolg gilt.
  5. Probiere alles mit jemandem aus dem Team aus und korrigiere, was unklar klingt.

Schlechte Aufgabe: „Geh auf den Reiter Leistungen und öffne Audits“. Gute Aufgabe: „Du willst wissen, ob diese Firma bei einer langsamen Website helfen kann. Finde heraus, wie du einen Termin vereinbarst“. Merkst du den Unterschied? Wenn du die Menünamen vorgibst, testest du das Leseverständnis und nicht die Navigation. Frag nach jeder Aufgabe nach, was schwierig war und wonach der Teilnehmer eigentlich gesucht hat.

Wen lädst du zum Test mit Nutzern ein?

Menschen, die deinen Kunden ähneln. Keine Mitarbeiter und keine Bekannten aus der Branche, denn sie kennen den Firmenjargon und finden sich überall auswendig zurecht. Ohne Budget greifst du am einfachsten auf bestehende Kunden, Newsletter-Abonnenten oder Personen aus der Zielgruppe zurück, denen du mit einem kleinen Geschenk dankst. Das W3C empfiehlt, auch Menschen mit Behinderungen in die Tests einzubeziehen, weil sie Barrieren aufdecken, die alle anderen gar nicht bemerken. Hier helfen die Grundsätze, die du unter barrierefreie Interfaces gestalten findest, und wenn mehr Probleme auftauchen, können WCAG-konforme Websites der nächste Schritt sein. Übrigens: Such nicht nach der idealen Teilnehmerzahl. Meiner Meinung nach sind mehrere kurze Runden besser als eine große.

Moderierter oder unmoderierter Test: Was passt bei kleinem Budget?

Für die erste Untersuchung empfehle ich den moderierten Test. Er liefert die meisten Erkenntnisse. Der unmoderierte Test eignet sich gut für einfache Aufgaben und Wiederholungen. Beim moderierten Test sitzt der Moderator neben dem Teilnehmer oder ist per Video mit ihm verbunden. Er nutzt die Methode des lauten Denkens, bittet den Teilnehmer also, jeden Schritt laufend zu kommentieren. Er fragt nach. Aber er hilft nicht (und das ist schwieriger, als es klingt). Beim unmoderierten Test arbeitet der Teilnehmer allein, und du wertest danach die Bildschirmaufnahme oder die Sitzungsaufzeichnungen auf der Website aus. Eines steht außer Frage: Vor jeder Aufnahme informierst du den Teilnehmer und holst seine Einwilligung ein.

So notierst du die Ergebnisse der Usability-Untersuchung

Notiere bei jeder Aufgabe drei Dinge: ob sie gelungen ist, wo jemand gezögert hat und was er gesagt hat. Du hältst das Verhalten fest, nicht deine Interpretation. Eine einfache Tabelle mit diesen Spalten reicht: Aufgabe, Teilnehmer, Problem, Zitat aus der Sitzung, Gewichtung des Problems. Beim moderierten Test sollte eine zweite Person mitschreiben, damit sich der Moderator auf das Gespräch konzentrieren kann. Nach allen Sitzungen gruppierst du die Beobachtungen und markierst die, die bei verschiedenen Teilnehmern wiederkehren. Denn genau sie, und nicht einzelne Ausrutscher, zeigen die echten Schwachstellen der Website.

Was solltest du nach Usability-Tests der Website zuerst verbessern?

Zuerst das, was Kontakt oder Kauf blockiert und viele Personen betrifft. Kosmetik kann warten. Die Reihenfolge sieht fast immer ähnlich aus:

  • Blocker auf dem Weg zur Anfrage, z. B. ein verstecktes Formular oder ein Button, der nicht funktioniert,
  • unklare Angebotstexte,
  • Navigation und Namen der Menüpunkte,
  • kleine visuelle Details.

Viele dieser Verbesserungen brauchen kein neues Design. Ein Redesign lohnt sich erst, wenn die Probleme strukturell sind und in der Architektur der gesamten Website stecken. Mach nach den Änderungen einen kurzen Wiederholungstest mit denselben Aufgaben. Und wenn du die Website umfassender betrachten willst, helfen Website-Audits, die deine Beobachtungen um eine technische Analyse ergänzen.

Regelmäßige Usability-Tests für deine Website sorgen dafür, dass du das Redesign-Budget dort ausgibst, wo sich Kunden tatsächlich verirren. Nicht nach Bauchgefühl. Fang mit einem Ziel und drei Aufgaben an und vereinbare die erste Sitzung noch diese Woche.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Sitzung beim Usability-Test?

Kurz. So lange, wie ein paar Aufgaben und das Gespräch danach brauchen. Plane lieber eine knappe Sitzung, statt den Teilnehmer mit einem langen Szenario zu ermüden. Wer müde ist, fängt an zu raten, und dann sind die Ergebnisse wertlos.

Kann ich die Website selbst testen, ohne Agentur?

Ja. Unter einer Bedingung: Du gibst keine Hinweise und verteidigst das Design nicht, wenn jemand Schwierigkeiten hat. Du sollst beobachten, nicht erklären. Gut ist eine zweite Person für die Notizen, damit nichts verloren geht.

Worin unterscheidet sich ein Usability-Test von einer Umfrage?

Eine Umfrage sammelt Aussagen, also das, was Menschen glauben zu tun. Der Test zeigt, was sie bei einer konkreten Aufgabe wirklich tun. Deshalb deckt er oft Probleme auf, die die Teilnehmer von sich aus nicht einmal erwähnt hätten.

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